Projektbeschreibung

Hintergrund

Ländliche Regionen sind vom demographischen Wandel in gleich mehrfacher Hinsicht betroffen. Durch Fortzug oder aber Pendeln vom Wohnort zu weiter entfernten Arbeitsplätzen von Personen im erwerbsfähigen Alter und den Mangel an professionellen wie auch informellen Pflegepersonen verschärft sich die Situation für die stetig wachsende Gruppe älterer (pflegebedürftiger) Personen. Gerade in der Versorgung von Personen mit Demenz können sich hierdurch erhebliche Lücken ergeben. Es müssen demnach Lösungen gefunden werden, um die Begleitung und Unterstützung von Personen mit Demenz trotz der erschwerten Rahmenbedingungen zu ermöglichen.

Projektbeschreibung

Im Verbundprojekt RoboLand sollen unter der Leitung von Helma M. Bleses (Hochschule Fulda) und Erwin Praßler (Hochschule Bonn-Rhein Sieg) in zwei ländlichen Regionen in Hessen (Vogelsbergkreis, Stadt Trendelburg) Möglichkeiten zum Einsatz von Telepräsenz-Robotik für zu Hause lebenden Personen mit Demenz und deren Angehörige erforscht werden.

Im Fokus des pflege- und ingenieurwissenschaftlichen Projekts (weitere Projektpartner sind die Fachhochschule St. Gallen und die Technische Universität Dortmund) steht dabei die Frage, ob und wie Telepräsenz-Robotik eingesetzt werden kann und welchen Beitrag sie für den Erhalt der Selbstbestimmung, Mobilität und sozialer Teilhabe von Personen mit Demenz, für die Entlastung pflegender Angehöriger und für die Vernetzung der Gesundheits- und Pflegeversorgung leisten kann. Der Forschungsansatz ist ethnographisch ausgerichtet: Die Nutzung von Telepräsenz-Robotern soll hierzu in der jeweiligen Alltagswelt der Personen mit Demenz beobachtet und teilweise videographiert werden, um ein möglichst realitätsnahes Bild von Einsatzmöglichkeiten, Grenzen sowie technischen und (pflege-)konzeptionellen Entwicklungsbedarfen zu erhalten. Zudem sind Interviews und Fokusgruppen mit Angehörigen und professionellen Leistungserbringern geplant.

Für die Pflegewissenschaft werden Grundlagen geschaffen, auf deren Basis sich das theoretische Verständnis der Lebenswelten von Personen mit Demenz – im Besonderen der Möglichkeiten der robotischen Unterstützung – erweitern und Versorgungskonzepte weiterentwickeln lassen. Für die Ingenieurwissenschaften werden wichtige Impulse für die Entwicklung robotischer Unterstützungssysteme für Personen mit Demenz erwartet. Vor allem aber werden Erkenntnisse gewonnen, die für Betroffene, Angehörige und Professionelle neue Versorgungsoptionen eröffnen.
Studierende der Hochschulen haben die Möglichkeit, Forschungsmethoden im Forschungsfeld anwendungsorientiert zu lernen und ggf. Berufsfelder zu erschließen.